Was haben die meisten „Klassiker“ gemeinsam? …Ganz einfach, sie sind einfach gut, anderenfalls wären sie ja nicht zu Klassikern geworden! Und genau dies gilt seit Jahren auch für den MTB Marathon in Biesenrode – eine super abwechslungsreiche Strecke gepaart mit einer tollen, fast familiären Organisation, inklusive fast menschenlehrer Landschaft  – was will man als Mountainbiker mehr!

Da ich dieser Veranstaltung schon viel zu lange ferngeblieben bin, nahm ich sie, zusammen mit Teamkollege Oliver Stange, in diesem Jahr spontan einfach wieder mit in meinen Rennkalender auf.

Bei herrlichem Wetter und bester Stimmung erreichten wir gegen 7:30 Uhr das beschauliche Wippertal. Auspacken, anmelden, ein bisschen quatschen und auf ging´s zur Streckenbesichtigung. Meiner Erinnerung nach war der Start hier schon immer heftig, da es bereits früher sofort bergan ging, die neue Streckenführung wartete aber gleich nach 150m mit einem gut 20% steilen Anstieg auf uns – oh ha, nicht gerade mein Lieblingsstart…! Egal, die weitere Besichtigung zeigte dann aber, dass die Strecke in Biesenrode ihren Charakter nicht verloren hat – bissige Anstiege, für einen Marathon recht anspruchsvolle Abfahrten, so fährt man hier MTB!

Also noch ein wenig Warmkurbeln und auf zum Start – super, optimale Position in der 1. Reihe gefunden – dachte ich noch, bis ca. das halbe Feld durch die am Vorabend beim Zeitfahren erworbene Zeitgutschrift vor mir stand! Na super, da muss man erstmal vorbei…! 60 Sekunden nach den Bergzeitfahrern ging es dann für uns los, also Vollgas um an der Meute schnell vorbeizukommen. …und siehe da, schon sind die Oberschenkel voll mit Laktat, blöd, also doch ein wenig langsamer machen, sonst kann es ein richtig harter Tag werden! Eine gute Entscheidung, denn zwei Anstiege später lief das Ganze schon besser und ich konnte Fahrer für Fahrer einholen, bevor die ersten schnellen Abfahrten anstanden. Nach diesen war ich dann aber plötzlich alleine im Wald, nur ca. 20s vor mir erspähte ich noch eine Gruppe – waren das die Führenden…? Auf dem einzigen Flachabschnitt der Runde trat ich also ordentlich in die Pedale, um den Abstand zu verringern, was mir nach und nach bis zum Einstieg in die längste Steigung der Strecke auch gelang. Ab hier lief es gut – mal zu dritt mal alleine ging es weiter – irgendwie wollte die Gruppe durch die Abfahren, in denen ich mich meist an die Spitze setzte, nicht wirklich harmonieren. So ging es auch in die 2. Runde – immer wenn ich glaubte ein schönes Loch gerissen zu haben, fuhr Phillipp Rothe vom Team Protective wieder heran – es sollte also spannend bleiben.

In der letzten längeren Abfahrt versuchte ich dann alles um wegzukommen, aber das sollte nicht reichen, kurze Zeit später war Philipp wieder dran am Hinterrad und… vorbei – Mist, nun merkte ich, dass ich in Runde 1 viel Kraft investiert hatte, um die 60s Rückstand wieder aufzuholen – vermutlich zu viel, denn das Hinterrad von Phillipp wurde immer kleiner, bis es in der letzten Abfahrt verschwand. Mir war klar, nur wenn er einen Fahrfehler macht, ist Platz 2 noch drin – diesen machte er aber nicht und so ließ ich es nach der letzten Abkühlung durch die Wipper ins Ziel ausrollen und freute mich über meinen Sieg in der Seniorenklasse.

Nach einem kurzen Verpflegungsstopp nutzte ich die Restzeit bis zur Siegerehrung und zum „Eintrudeln“ von Olli, der auf der 90km Runde gestartet war, um das landschaftlich wunderschöne Wippertal zu erkunden – warum fährt man eigentlich oft so lange Strecken in den Urlaub, wenn es hier doch wirklich richtig schön ist..!?

Auf ein paar nette Gespräche „im Kreise der Familie“ folgte die von Axel Bus wie immer sehr amüsant moderierte Siegerehrung mit wirklich netten Pokalen – da bleibt nur noch zu sagen: Danke Biesenrode – bis zum nächsten Mal!

Hier gehts zu den Ergebnissen: http://www.mtb-biesenrode.de/ergebnisse/