Ein Bericht von Teamfahrer Volker Lutz

Nach 2 Jahren der Lizenz-Abstinenz und dem daraus resultierenden Verlust jeglicher Möglichkeiten an Landesmeisterschaften teilzunehmen, zog ich Anfang des Jahres endlich einen Schlussstrich unter meine Hobby-MTB-Karriere und orderte für 2017 wieder eine Rennlizenz, sozusagen rechtzeitig für die „Senioren-Rennkarriere“. Eine sehr gute Entscheidung wie das Rennwochenende in Buchholz zeigen sollte…

Aber alles schön der Reihe nach. Da sich Petrus für den Renntag eine kurze „Regenpause“ in diesem merkwürdigen Sommer gönnte und der Wetterbericht sogar einen Funken Hoffnung für ein wenig Sonnenschein aufkommen ließ, packte ich neben zwei Rädern und Teamkollege Marvin auch noch meine Tochter mit ins Auto ein – quasi als moralische Unterstützung und Support-Dame! 🙂 In Buchholz angekommen passierte es, der Himmel riss auf und die Sonne zeigte sich tatsächlich – perfekt. Also schnell in die Rennlycra geschlüpft und die Strecke sichten. Sofort zeigte sich, dass selbst der sandige, Buchholzer Boden den Regenmengen der Vortage Tribut zollen musste und deutlich feuchter war, als bei meinen letzten Starts an selbigem Ort. Nach einer halben Proberunde zeigte mir eine schöne, querstehende Wurzel dann auch, dass man besser Vorsicht am Volant walten lassen sollte und zwang mich prompt zu einer Bodenprobe! 🙂 Mit etwas mehr Obacht ging es weiter – und die Strecke zeigte sich trotz Nässe gut fahrbar mit vielen Kurven und einigen neuen Sprüngen. Einfach klasse, was die RSG Nordheide hier Jahr für Jahr auf die Beine stellt!

Nach zwei Runden hatten wir die Strecke sozusagen „intus“ und während sich Marvin auf seine Rolle als Fotograf vorbereitete, rollten Oliver Ilgner, der für den Renntag extra eine Tageslizenz geordert hatte und ich auch schon in Richtung Start. Eine Minute nach dem wirklich viel zu kleinen Junioren Grüppchen – man, was soll aus unserem schönen Sport in Zukunft werden – ging die Hatz los. Ich erwischte einen fast schon sensationellen Start und konnte auf Position 1 in den ersten Trail einbiegen. Da Olaf Nützsche direkt am Hinterrad klebte versuchte ich sofort ordentlich Druck zu machen, doch hoppla, plötzlich war es wohl zu viel Druck, oder besser gesagt Zug, den auf einmal war der Fuß aus dem Pedal und Olaf vorbei. Egal, zwei Kurven später zog ich wieder vorbei und Ende der 1. Runde war sie auch schon da, die erhoffte Lücke. Von nun an ging es zügig weiter und da die Runde immer weiter abtrocknete, lief es gefühlt von Turn zu Turn besser. Ordentlich angeheizt von den frenetischen Anfeuerungsrufen meiner Tochter verging die Rennstunde wie im Fluge und ich konnte völlig ungefährdet meinen ersten Landesmeistertitel der „alten Herren“ einfahren – eigentlich schade, denn ein schöner Kampf  Mann gegen Mann hätte auch etwas gehabt!

Auch Olli absolvierte ein ordentliches Rennen – auf für ihn mittlerweile ungewohntem Terrain ließ er nichts anbrennen und sicherte sich neben den schönsten Flugeinlagen am Ende Platz 7.

Genauso schnell wie zu Tagesbeginn in die Lycra, riss ich mir jene nun auch wieder vom Körper, denn das Rennen der Herren war bereits gestartet und Marvin sollte ja nicht minder enthusiastisch angefeuert werden als ich. Leider erwischte er einen deutlichen schlechteren Start und musste sich nach 2 von 6 Runden vorerst mit Platz 11 zufrieden geben. Ob es dann an unserem Gebrüll lag oder die Beine ab Runde 3 einfach besser liefen, wer weiß das schon…! Zumindest ging es immerhin noch vor auf Rang 10 und damit nur um einen Platz am Treppchen bei der LVM-Wertung vorbei!

 

Nach dem ganzen „Rennstress“ ließen wir den Tag in Buchholz dann am leckeren Kuchenbuffet ausklingen – zwei bis 3 Stück Kuchen und Kaffee benötigt man im Alter einfach zur Regeneration für die Rückfahrt! 🙂

Dann bis zum nächsten Mal… bleibt nur die Frage: „Bleiben die Sprünge auch für das Crossrennen im Winter in der Streckenplanung?“

Hier geht´s zu den Ergebnissen: https://time-and-voice.com/mtb/buchholz-2017/ergebnisse