Ein Bericht von Teamfahrer Volker Lutz:

Experiment gelungen – so lautet mein Fazit im Rückblick auf die diesjährige Landesmeisterschaften im 1er Straße fahren!

Aber warum Experiment? Nun der Reihe nach… Beim standardmäßigen Check der Wettkampfausschreibungen auf radnet, stolperte ich Mitte April auf einmal über die Ausschreibung für die LVM im Straßenfahren in Remlingen. … Remlingen, das kennst Du doch – genau in der Asse, ein schöner hügeliger und sehr anspruchsvoller Kurs – das wär doch mal was – nur ein Rennrad steht schon seit geraumer Zeit nicht mehr im Keller, reicht mir der Crosser doch für die ein- oder andere Trainingsrunde auf der Straße völlig aus…!

Ich klickte trotzdem auf den Anmeldebutton – irgendwie sollte das schon klappen. Nun gingen die Überlegungen ein wenig hin- und her: Ein Rennrad leihen, hmmm, wenn man dann stürzt nicht wirklich toll – den Crosser umbauen, na ja auch nicht das Beste – sich wieder ein Rennrad zulegen, mit der neuen Ultegra DI2, die mich schon seit langem reizt – eine schöne Idee…! Eigentlich, wenn mir der Auslieferungsstopp von Cube für sämtliche Rennräder mit Newmen Felgen nicht einen Tag nach der Bestellung des Traumrades dazwischen gekommen wäre. L Also doch den Crosser umbauen, aber wie? Alles nur für ein Rennen wäre ja Quatsch. Also entschied ich mich für eine universelle Lösung: Ein 48er Blatt für die Force 1 und einen Satz Challenge Strade Biance Reifen, beides eignet sich sowohl für die Straße, wie auch für gemäßigtes Gelände im Sommer – die ideale Kompromisslösung also! J

Mit meinem „getunten“ Crosser stehe ich also nun bei herrlichstem Wetter zusammen mit 60 weiteren Senioren Fahrern am Start in Remlingen, bereit für 7 Runden und rund 65km durch die Asse. Nach kurzer taktischer Rennbesprechung mit den Teamkollegen vom WSV Clausthal-Zellerfeld geht es los und schon am ersten Anstieg wird klar, eine Sonntagsfahrt wird das heute nicht! Bereits im zweiten Anstieg der Runde wird vorne brutal attackiert und ich muss richtig beißen um an der Spitzengruppe dran zu bleiben. Glücklicherweise gelingt mir das, meinen Teamkollegen leider nicht, so dass die taktische Vorbesprechung schon jetzt hinfällig ist. Aber zu früh gefreut nach den Anstiegen kommt eine langgezogene flache Abfahrt mit Rückenwind und ich werde, eifrig kurbelnd, in der ca. 15 Mann großen Spitzengruppe immer weiter durchgereicht, bis plötzlich der letzte Fahrer an mir vorbeirauscht. Mit aller Kraft kämpfe ich mich in den Windschatten zurück –hier darf ich mich auf keinen Fall abhängen lassen. Und so geht es Runde für Runde weiter. Während ich mich bergauf immer unter den vorderen Fahrern platzieren kann und unsere Gruppe immer kleiner wird, kämpfe ich bergab ums Überleben. So angeseuert kann ich Mitte der 5. Runde in vorderster Position fahrend, den ausgerissenen Solisten vor uns, dem Angriff von drei Fahrern nicht folgen und muss zusehen, wie sich eine immer größer werdende Lücke auftut, die ich aus eigener Kraft nicht mehr zufahren kann und helfen scheint auch der Rest der fünf Fahrer die hinter mir hängen nicht mehr. Auch ein weiterer Versuch den Abstand im zweiten Anstieg nochmals zu verkürzen scheitert und so geht es, nachdem die 3 Senioren 3 Fahrer die noch mit in unserer Gruppe waren, über die Ziellinie gefahren sind, zu zweit auf die letzte Runde.

Wohlwissend, dass ich im Sprint auf der abfallenden Zielgeraden keine Chance habe, versuche ich im letzten Anstieg nochmal alles, aber vergeblich, die Kraft reicht nicht mehr aus um meinen Verfolger abzuschütteln – zu viele Körner habe ich Runde für Runde bergab verloren! Und so „sprinte“ ich am Ende auf einen guten 6. Platz.

Vielleicht lässt sich die Runde fürs nächste Mal ja um den ein oder anderen Feldweg erweitern, dann wären meine 33mm breiten Schlappen so richtig in ihrem Element – ich hätte da schon so eine Idee…! J

Hier findet Ihr die Ergebnisse: https://www.rad-net.de/modules.php?name=Ausschreibung&menuid=408&ID_Veranstaltung=30948&mode=erg_detail&groupid=30948.6.158981.1