Ein Bericht von Teamfahrer Marvin Kapalla

Die Cyclassics in Hamburg sind inzwischen schon seit 6 Jahren – mit Ausnahme des letzten Jahres, dem Studium sei Dank – fester Bestandteil im Terminkalender, neben einen schönen Rennen am Sonntag, gibt es auf der Messe am Samstag alles was das Radfahrerherz begehrt.

Wie in diesem Jahr (leider) so üblich regnete es am Samstag fast durchgehend, jedoch war für Sonntagmorgen trockenes Wetter und Sonne (!) angesagt.

Bei frischen 13 Grad und ordentlich Wind ging es um 7 Uhr los zum kurzen einrollen und dann auch schon zur Aufstellung in den Startblock A, wo traditionell die Fahrer dann noch ca. 30min warten müssen bis es um 7:45 Uhr mit 3800 Fahren im Nacken auf die 60km Strecke geht – da ist vorherige warmfahren dann doch irgendwie überflüssig ;).

Die ersten 20km verliefen deutlich hektischer als die letzten Jahre, das Feld war sehr unruhig und so kam es auf einem geraden Abschnitt zu einem großen Sturz, wobei ich zum Glück nur leicht von dem zu Boden gehenden Fahrer neben mir touchiert wurde, jedoch viele der nachfolgenden Fahrer nicht mehr ausweichen konnten. Danach war das erstmal Feld deutlich reduziert und etwas ruhiger unterwegs.

Bei Kilometer 43 gibt es eine kleine Erhebung, den Kösterberg. Hier wollte ich vorne wegfahren und etwas Druck machen. Als die Straße dann etwas Steigung bekam war ich dann auch schon vorne raus – kurz umgedreht, aber keiner war mitgeganen… irgendwie komisch dachte ich mir.

Nach einiger Zeit tauchte plötzlich tauchte vor mir ein Banner mit der Aufschrift „Start Bergwertung“ auf – Hä? So etwas gab es hier die letzten Jahre doch auch nicht? Dann wurde mir bewusst, dass ich mich hier wohl etwas (bzw. völlig) verschätzt hatte und der eigentliche Anstieg nun noch bevorsteht – gut, das wird jetzt natürlich hart werden.

So ging es für mich dann von vorne nach hinten, klar war jedoch auch, dass wenn man hier den Anschluss an die Spitze verliert, das Rennen gelaufen ist. Leider gelang es mir nicht mehr an der ca. 30 Mann großen Gruppe dranzubleiben und so bildete sich nach dem Anstieg eine kleine Verfolgergruppe.

Die nächsten 15 Kilometer ins Ziel wurde jetzt schön hart, am Start hatte ich mein Langarmtrikot angelassen, da ich nicht damit gerechnet hätte, mich hier mal so anstrengen zu müssen J.

Jedenfalls fuhr die Spitzengruppe ca. 20 Sekunden vor uns in Sichtweite. Ich übernahm mit zwei weiteren Fahrern die Führungsarbeit, die anderen hingen hinten im Windschatten und durften sich dann nach und nach verabschieden. Leider gelang es uns dennoch nur zeitweise den Abstand zu verkürzen. Die Atmosphäre auf den letzten Kilometern vor dem Ziel, v.a. in der  Mönckebergstraße war wie immer einfach nur Klasse, zum ersten Mal konnte ich mich auch mal etwas „umschauen“ und nicht nur auf die Hinterräder der Vordermänner achten…

Im Sprint war nach der kräftezehrend Aufholjagd nicht mehr allzu viel zu holen, am Ende überquerte ich nach 01:22:52h als 35. gesamt und 10. in der Altersklasse der Herren die Ziellinie.

Mein bisher bestes Gesamtergebnis hier in Hamburg, nur etwas schade das ich aufgrund meines taktisch sehr unklugen Fehlers aus der Spitzengruppe rausgeflogen bin, sonst wäre noch mehr drin gewesen.

Alle Ergebnisse unter: http://www.velothon.com/de-de/events/hamburg-cyclassics/das-event/ergebnisse.aspx#axzz4qNLfH6N5