King of Pirates – 6h-Nachtrennen in Mölln

Ein Rennbericht von Teamfahrer Uwe Weinkopf:

Etwas Besonderes hatten sich die Organisatoren des Cyclocross Wochenendes in Mölln ausgedacht. Auf dem gleichen Kurs, auf dem tagsüber die diversen Querfeldeinrennen stattgefunden hatten, sollte noch ein Nachtrennen stattfinden. Nur, dass die Renndauer nicht mit den üblichen 40 bis 60 Minuten, sondern mit sechs Stunden angesetzt war. Beim Einfahren auf dem durch den permanenten Regen aufgeweichten Motocross-Kurs wurde mir zum einen unerwartet schnell warm und zum anderen genauso schnell klar, dass das eine ganz harte Nummer werden würde. Tiefer Boden, ständiger Regen und Orkanböen; es gibt auch gemütlichere Möglichkeiten, einen Samstagabend zu verleben. Weil sich der Start, wegen eines Klappradrennens und eines Sprintcontests im Eliminator-Modus nebst dazugehöriger Siegerehrungen um eine Stunde verzögerte, war es zu Beginn des Rennens bereits duster. Der Rest ist schnell erzählt. Im Scheinwerferlicht meiner Fenix BC30R Akkulampe drehte ich gewohnt gleichmäßig meine Runden. Das gelang mir offensichtlich besser als jedem meiner Konkurrenten, denn mit meinen insgesamt 49 Runden war ich mit Abstand Erster geworden. Es wären noch ein paar mehr geworden, wenn das Rennen nicht um 40 Minuten gekürzt worden wäre, vermutlich aus Erbarmen aufgrund der fiesen Bedingungen. Ich fand es aber gut, weil ich schon einige Zeit keine Bremsbeläge mehr hatte und nur noch mit der Metallrückenplatte bremste. Außerdem hörte sich der Antrieb so an, als ob die Kette jeden Moment reißen könnte. Auch kein so schönes Gefühl. Anyway, es ging ja alles gut. Unmittelbar nach dem Zieldurchlauf meinte meine Frau, dass es eine gute Idee sei, wenn sie mich mit dem kalten Strahl der Bike-Waschanlage abspritzen würde, weil ich doch so schmutzig sei. Ich war da eher anderer Meinung, doch durch den Temperaturschock immerhin wieder so wach, dass ich fit für die Siegerehrung war. Eine Siegerehrung um ein Uhr nachts war ebenso neu für mich, wie auch der originelle Pokal. Unter dem Strich war es einfach eine rundum gelungene Geschichte, die unbedingt nach einer Wiederholung im kommenden Jahr verlangt.

 

Stevens Cross Cup Mölln

Ein Bericht von Teamfahrer Volker Lutz:

Nach ausgiebiger Analyse meiner geliebten Wetter-App und dem abwägen, wann der angekündigte Sturm denn so richtig loslegen wird, entschied ich mich am vergangenen Samstag recht kurzfristig den 5. Lauf des Stevens Cross-Cups in Mölln mitzunehmen. Vielleicht hätte ich neben der Wetter-App der von Google berechneten Fahrzeit nach Mölln etwas mehr Aufmerksamkeit schenken sollen, denn so wäre nicht schon die Anfahrt in ein wenig Stress ausgeartet…!

Nur ca. 60 Minuten vor dem Rennstart tauchte dann aber doch irgendwo im schleswigholsteinischen Nirgendwo eine Abgesperrte Rennstrecke vor mir auf, gerade noch rechtzeitig, um eine Startnummer auszufassen und den Rundkurs unter die Stollenreifen zu nehmen. Nach zwei schnellen Runden über das Motocrossgelände war klar, dass es heute anstrengend werden würde, denn zum  einen rollte es hier nirgends so richtig und zum anderen fühlten sich die Beinchen irgendwie müde an.

Da bis zum Rennstart nun nur noch 30 Minuten übrig waren, versuchte ich dem immer stärker werdenden Wind zu entkommen und rollte mich zusammen mit André warm, während wir uns über längst vergangene Zeiten unterhielten. Und schon ging´s zur Startaufstellung – diesmal leider wirklich ganz hinten  – das hat man eben davon, wenn man sich nachmeldet…! Wie unglücklich sich eine so ungünstige Startposition auf das Endergebnis auswirken würde, sollte sich 3 Runden später zeigen, denn bereits an den ersten beiden schmaleren Stellen des Kurses verlor ich im Stau richtig Meter.  Nachdem ich mich bis zum Ende der dritten Runde aus den hinteren Reihen nach vorne gekämpft hatte, war irgendwie Schluss mit dem „Vorfahren“. Ab nun hatte ich meine Gegner wie Frank Jakobs und Co. Immer schön im Blick, allerdings mit ca. 30-40s Respektsabstand, der heute irgendwie überhaupt nicht kleiner werden sollte. Und so rollte ich schließlich nach 40 Minuten doch ein wenig enttäuscht über den 6. Platz ins Ziel – schade, irgendwie hatte ich mir etwas mehr versprochen…!

Nach 2 guten Tassen Kaffee und ein bisschen Smalltalk mit den Vereinskollegen sah die Welt aber schon wieder besser aus – Mensch, vielleicht hätte ich den Kaffee lieber vor dem Rennen zu mir nehmen sollen! J

… oder hätte ich doch lieber am 2. Tag des Möllner Stevens Cross-Cups teilnehmen sollen, dann irgendwie ging´s da im Training so richtig gut…! J

Hier geht’s zu den Ergebnissen: http://www.cyclocross-nord.de/sh/17_moelln1x.php

Fischteichhölle 3.0 die Zweite

Ein Bericht von Teamfahrer Marvin Kapalla:

Mehr oder weniger spontan sollte es vergangenes Wochenende dann doch nochmal ein letztes Rennen für dieses Jahr geben, obwohl ich nach dem Marathon in Arnstadt meine Saison eigentlich schon beendet hatte. Wenn es jedoch die Möglichkeit gibt, ein Rennen in unmittelbarer Umgebung zu fahren (und das in Niedersachsen!), sollte man sich natürlich nicht lumpen lassen.

Das Wetter sollte relativ durchwachsen werden, dennoch kamen zunächst einige Sonnenstrahlen zum Vorschein als Volker und ich uns auf den Weg nach Peine zur dritten Austragung der „Fischteichhölle“ machten. Bereits auf der Anfahrt verschlechterte sich das Wetter rapide und wir stiegen bei Regen und kaltem Wind aus dem Auto.

Sehr unangenehm, vor allem wenn man aus Gutgläubigkeit an das Wetter (die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt) die „richtigen“ Regensachen zuhause gelassen hat, obwohl man es nach all den Jahren doch besser wissen müsste.

Nunja – schnell alles was dabei war angezogen und ab auf die Runde, warmfahren. Entgegen der Erwartungen war die Runde doch deutlich schlammiger als gedacht, optimaler Weise fuhren Volker und ich hier bereits alle wichtigen „technischen“ Passagen ab, was sich allerdings erst später im Rennen zeigen sollte.

Der Start erfolgte etwas unkoordiniert, ich kam aus der ersten Reihe dennoch gut weg und als 4. in den ersten Trail, wo Volker bereits von vorne ordentlich Druck machte. Auf der nächsten Geraden zog sich das Feld dann in die Länge und ich konnte erstmal an Position 3 vorfahren und versuchte den Anschluss nach vorne wiederherzustellen.

Ab ca. der Hälfte der ersten Runde bekam ich Begleitung von zwei Crossern, welche ich jedoch mit Beginn der zweiten Runde in den Trails um den Teich wieder abschütteln konnte und von da an wieder alleine unterwegs war.

Letztendlich kam ich nach etwas mehr als 1:09h als erster Mountainbiker ins Ziel, am Rad bewegte sich so gut wie nichts mehr (zumindest nicht ohne massive Knirsch- und Schleifgeräusche).

Dennoch eine (trotz der Verhältnisse) tolle und abwechslungsreiche Strecke die wirklich Potenzial hat!

Alle Ergebnisse unter: http://my2.raceresult.com/79235/results?lang=de#3_22D3F2

Fischteichhölle 3.0

ein Bericht von Teamfahrer Volker Lutz:

Sonntagabend 18:45 Uhr – ich stehe seit 30 Minuten im fast dunklen Garten und versuche mein Crossbike von den letzten Sand- Lehm- und Modderresten zu befreien… Warum tut man sich sowas eigentlich immer wieder an, schießt es mir beim Blick ins warme Wohnzimmer durch den Kopf…?
Doch einige Stunden vorher stellte sich diese Frage nicht, als ich bei recht passablem Herbstwetter gegen 11:00 Uhr alle nötigen Sachen für Crossrennen Nr. 3 der Saison ins Auto packte. Da die Sonne sogar immer mal wieder durch die Wolken lukte, entschied ich mich anstatt eines dicken Thermotrikots lieber für ein zusätzliches Kurzarmtrikot – vielleicht sollte der Wetterbericht mit seiner Vorhersage für den Nachmittag ja doch unrecht haben…! 60 Minuten später, kurz vor Peine auf der Autobahn, begann ich meine Entscheidung für das Kurzarmtrikot anzuzweifeln. Die ersten dicken Regentropfen prasselten auf die Frontscheibe nieder und irgendwie sah es gar nicht mehr so schön aus, wie noch vor einer Stunde! 15 Minuten später – der Regen prasselte immer stärker und die nahen Windräder rotierten um die Wette, Autotür auf und… nun ja, 11°C mit Regen und Wind sind einfach unangenehm…! Also schnell die komplette Regenbekleidung die ich glücklicherweise doch dabei hatte übergezogen um nicht schon jetzt auszukühlen, das blöde Kurzarmtrikot ganz tief in den Rucksack gestopft und ab zur Anmeldung. Spätestens jetzt war klar – das wird heute wieder richtig nett! Ein kurzer Check der Räder der Fahrer, die ihr Rennen bereits hinter sich hatten bestätigte meine Befürchtungen – unter der dicken Schlammkruste konnte man die Markennamen kaum noch erahnen!
Nach erfolgreicher Anmeldung stellte sich nun die Frage: Irgendwo im Wald warmfahren, da wo es schön trocken und windstill ist, oder gleich eine Geschmacksprobe des örtlichen Schlamms nehmen um sich auf das bevorstehende Rennen einzustimmen!? Wir entschieden uns für die Geschmacksprobe – ein super Wahl, denn so knarzten nach wenigen 100m die Bremsen und Ketten unserer Bikes um die Wette und um das Ganze so richtig zu genießen, nahm ich in der Kieskuhle des Grauens gleich ein schönes Moorbad…!

Zumindest wurde uns bei der Wühlerei durch den Schlamm richtig schön warm – also die verpekte Wärmeschicht runter und auf zum Start. Hier hieß es nun warten auf das Startsignal – nur, wo war der Kollege hin, der noch vor 3 Minuten angekündigt hatte, das Signal zu geben…? Ahh – da hinten fuchtelte einer mit den Armen, also los. Ich preschte voran, was das Zeug hielt, denn der erste sehr schmale Trail sollte sich von vorne am besten fahren lassen. Und so bog ich in denselben auch als erster ein und – oh Wunder – kam ich auch als erster wieder heraus! Ein kurzer Blick nach hinten zeigte ein kleines Loch zu den Verfolgern, also Kette rechts und Vollgas. Mein Vorsprung wuchs und dank der Geschmacksprobe beim Warmfahren, wusste ich in der Kieskuhlensektion nun ja auch, wo man sein Vorderrad besser nicht platzieren sollte. Diesmal gelang mir die Linienwahl besser, scheinbar so viel besser, dass mein Vorsprung weiter anwuchs. Mit knirschender Kette und böse schleifender Bremse ging auf die wirklich schönen und mit Flow zu fahrenden Trails des Waldabschnittes… Plötzlich hörte das Schleifen der Vorderradbremse abrupt auf – endlich dachte ich noch, bis ich in der kommenden Kurve beim Anbremsen feststellen musste, dass nicht nur das Schleifgeräusch weg war, sondern scheinbar auch die ganze Funktionalität der Bremse – oh Mist, hoffentlich geht das gut! Die Flowtrails endeten abrupt und die Runde spuckte mich wieder am Fischteich aus, zack rechts runter – eine steile Rampe – und sofort wurde mir bewusst – nur mit der Hinterradbremse kommst Du da unten nicht mehr zu stehen! Also nach links den Notausgang zwischen die Bäume – puh Glück gehabt, also schiebend weiter… ! Irgendwie entschied sich meine Bremse kurz darauf genauso plötzlich wieder zu funktionieren so abrupt, wie sich der Ausfall vorher angedeutet hatte – gut so, denn einige gemeine Passagen entlang des Sees sollte ja noch folgen.
Von nun an lief es immer besser, an die Geräuschkulisse des Antriebs hatte ich mich gewöhnt, der Vorsprung auf meine Verfolger war trotz der Misere mit der Bremse weiter angewachsen und die dicke Schlammkruste am Körper schien irgendwie zu wärmen – oder war es doch die Anstrengung!? Runde 2 lief dann einfach, auch wenn die Abschnitte durch die Kieskuhle immer ekeliger wurden. Mit viel Druck angefeuert von zahlreichen Zuschauern ging es nun dem Ziel und dem ersten Cross-Saisonsieg entgegen – da schmeckte das im Ziel prompt angereichte alkoholfreie Bierchen gleich noch viel besser!

… ja und warum tut man sich sowas einfach immer wieder an – ganz einfach, weil´s Spaß macht! Insbesondere dann, wenn die Strecke irgendwie cool ist und die Veranstaltung drum herum so toll und familiär ist wie in Peine. Und glücklicherweise speichert das menschliche Gehirn ja bekanntlich positive Ereignisse viel besser ab, also negative… ich komme also wieder!

Hier findet ihr die Ergebnisse: http://my2.raceresult.com/79235/results?lang=de#8_A4C1AF

1. Lauf Deutschlandcup Cross in Bad Salzdetfurth

Ein Rennbericht von Teamfahrer Volker Lutz:

Nachdem mein langersehnter Cross-Saisonbeginn beim Cyclocross Warmup in Celle bereits nach weniger als 10 Minuten Renndauer aufgrund eines Defekts ins Wasser gefallen war, musste es zum Auftakt des Deutschlandcup Cross in Bad Salzdetfurth einfach besser laufen.

Und wie in Celle mein persönliches Rennen ins Wasser viel, so tauchte in Bad Salzdetfurth gleich die ganze Rennstrecke in einem 24 stündigen Dauerregen bis zum Morgen des Veranstaltungstages ab. Es sollte also zumindest von unten „feucht“ werden…!

Glücklicherweise hatte der Wetterbericht einmal Recht und so strahlte am Sonntagmittag wie versprochen die Sonne vom Himmel. Vielleicht wird es ja gar nicht so schlimm auf der Runde, dachte ich noch, bis ich zusammen mit einigen weiteren Masters 2 meinen neuen Carbon-Crosser auf einer Proberunde im Matsch versenkte! Nach dieser ersten Schlammanalyse waren mir zwei Dinge klar: Zum einen ist es sch… bei einem Crossrennen ohne Unterstützung für die ründliche Radreinigung aufzuschlagen und zum anderen muss man hier richtig aufmerksam fahren, um nicht auch zu denjenigen zu gehören, bei denen am Ende der Antrieb dem Schlammbeschuss Tribut zollen muss…!
Nachdem das Rad von seiner Schlammpackung befreit war, ging es ans Aufwärmen… „Wow, das rollt ja doch!“ – und bei der Fahrt durch den Modder dachte ich noch „oh, Mann, heute geht ja gar nichts!“ Es schien also nicht nur mir schwer zu fallen durch den Brei aus Schlamm und Gras zu manövrieren…
Nachdem ich mich bei der Startaufstellung in der vorletzten von rund 8 Reihen einreihen durfte, ging es auch schon los. Der Start glückte so lala, womit ich mich erstmal im hinteren Drittel einsortieren musste – auf der schlammigen Piste sicher kein Vorteil. Ich lies mich aber nicht aufhalten und versuchte so schnell wie möglich Positionen gut zu machen. Von einer Kurve – durch die man im Schlamm eierte wie durch tiefen Schneematsch – zur nächsten Kurve, machte ich immer mehr Plätze gut, immer bis zu dem Punkt, wo die Konkurrenz ihr Bike wechselte, denn mit einem bestimmt 14kg Matschrad bei dem nur noch 3 Gänge richtig funktionieren, ist man irgendwann einfach nicht mehr konkurrenzfähig…! Und so endete meine Jagd nach vorne irgendwann in der vierten Runde. Von nun an war mein Blick eher wieder nach hinten gerichtet – denn es galt die Position zu verteidigen. Nach einem wirklich harten Kampf in der letzten Runde gelang es mir tatsächlich noch mit krachender und springender Schaltung den Sprint um Rang 8 gegen Olaf Nützsche zu gewinnen!
Sicher wäre ein Ergebnis unter den Top 5 toll gewesen, aber ohne Radwechsel war einfach nicht mehr drin und letztendlich war ich mit meiner Leistung – bei einem rund 15kg schweren Rad – unter den gegebenen Umständen sehr zufrieden.

Einen Vorteil hat es natürlich auch, nur ein Rad über solch eine Runde zu bewegen – man muss nur 1 ½ Stunden putzen und nicht 3! Zumindest in der Gesamtzeit des Renntages lag ich somit auf einem der ersten drei Plätze!

Hier geht´s zu den Ergebnissen:

http://zpn-timing.de/uploads/ergebnisse/2017/BadSalzdetfurth2017.pdf

3. Täler Marathon Titmaringhausen – Deutsche Hochschulmeisterschaften Marathon

Ein Rennbericht von Teamfahrer Marvin Kapalla

Die Kurzfassung meines vergangenen Rennwochenendes: lange Anfahrt – Start – Einführungsrunde – Platten – Wandern – lange Abreise.

Zum Abschluss der Marathon Saison stand als kleines Highlight der 3. Täler Marathon in Titmaringhausen (eine kleiner Ort im Hochsauerland) an, bei welchem wie auch schon im letzten Jahr die Deutschen Hochschulmeisterschaften im Marathon ausgetragen werden sollten.

Zu bewältigen gab es 70km mit 1.631hm in Form von zwei Runden und einer Einführungsrunde. Das Wetter war kalt und nass – ein typischer Herbsttag.

Nach kurzen Einfahren ging es für mich zum Start, da ich etwas spät dran war, stellte ich mich einfach mal von vorne an, diesmal also mit optimaler Startposition. Auch der Start verlief relativ gut, wobei es die Einführungsrunde wirklich in sich hatte und hier schon einige Höhenmeter auf kurzer Strecke zu bewältigen waren.

Den Anschluss an die Spitze konnte ich nicht halten, was aber bei dem Starterfeld auch zu erwarten war. In einer Verfolgergruppe fand ich einen guten Rhythmus und so ging es dann die erste „echte“ Runde.

Bei Kilometer 20 passierte es dann, auf einer schnellen Schotterabfahrt knallte es plötzlich und der Hinterreifen war sofort platt. Der ca. 4cm große Schnitt auf der Lauffläche war nicht zu übersehen und ich versuchte mit zwei Maxalami Sticks und diversen C02 Kartuschen wieder Druck auf den Reifen zu bekommen – leider vergebens. So ging es dann zu eine halbe Stunde zu Fuß für mich zurück in den Start und Ziel Bereich.

Schade, da es bis dahin eigentlich ganz gut lief und das Rennen auch gerade erst wirklich gestartet war.

Alle Ergebnisse unter: http://www.time-and-voice.de/mtb/titmaringhausen-2017/ergebnisse/70km.pdf

Endurothon Schierke 2017

Ein Bericht von Teamfahrer Marvin Kapalla

Wie auch genau vor einem Jahr, sollte es auch diesen Samstag wieder zum Endurothon nach Schierke gehen, um die drei Runden mit insgesamt 42km der Mitteldistanz zu fahren. Bei trockenen Wetter mit ein bisschen Sonnenschein machte ich mich also am Morgen auf den Weg in den Harz.

Nachdem ich mir beim Einfahren ein paar Abschnitte der Strecke angesehen hatte, welche im Vergleich zum Vorjahr unverändert geblieben war, machte ich mich nach dem Start der Langdistanz um 9:30 Uhr auf dem Weg zum Start und Ziel Bereich, um mir eine gute Position in der Startaufstellung zu sichern. Leider waren bei meinem Eintreffen bereits sehr viele Fahrer anwesend, sodass ich aus dem hinteren Drittel starten musste.

Der Start erfolgte um 10 Uhr und das Feld schlängelte sich durch den ersten Abschnitt im Kurpark. Hier konnte ich bereits viele Positionen gut machen und am ersten langen Anstieg befand ich mich zunächst in der Spitzengruppe, jedoch wollten wie so häufig meine Beine nach dem Startprozedere noch nicht so wirklich und ich musste die Fahrer zunächst ziehen lassen. Im ersten Singletrail trennten sich dann die Wege von Mittel und Kurzstrecke, sodass ich aus meiner neuen Gruppe als einziger abbog und plötzlich alleine unterwegs war. Als nach der Abfahrt wieder der nächste lange Anstieg mit dem wunderbaren (Ironie!) Bettonplattenweg folgte, ging endlich auch der Motor richtig an und ich konnte meine Aufholjad beginnen.

Am Ende der ersten Runde wieder im Kurpark angekommen, erwartete mich hier eine Treppe als Laufpassage, welche ich dank des Cyclocrosstrainings mit Volker ohne große Mühen hinauflaufen konnte ;).

Inzwischen lief es richtig rund und ich konnte nach und nach Fahrer einsammeln. Auf einer flachen Passage dann der Griff zu Trinkflasche – ins Leere – Mist! Da wo so sich eigentlich meine Trinkflaschen mit edelsten Kohlenhydraten befinden sollte, herrschte gähnende Leere.

Dank meiner neuen Kontaktlinsen entdeckte ich sie neben zahlreichen Weitern (überall entlang der Strecke befanden sich von Wanderern aufgestapelte Trinkflaschen Häufchen) auf einer Abfahrt in der letzten Runde wieder. Ich war inzwischen auf einen weiteren Fahrer der Mittelstrecke aufgefahren und hatte das Gefühl im Trail schneller zu sein, sodass ich mir eine kurze Pause gönnte, um meine Flasche wieder aufzunehmen.

Nach kurzer Zeit gelang es mir noch im Trail den Anschluss wiederherzustellen und so ging es gemeinsam Richtung Ziel. Auf einem kurzen Abschnitt wurde das Tempo allerdings nochmal deutlich forciert und ich musste eine Lücke reißen lassen.

Letztendlich überquerte ich als 9. die Ziellinie, im Vergleich zum Vorjahr ein besseres Ergebnis mit einer schnelleren Zeit. Insgesamt ein sehr schönes Event, eine tolle Strecke mit vielen Trails und gutem Wetter – so muss ein Samstag aussehen!

Alle Ergebnisse unter: http://zpn-timing.de/uploads/ergebnisse/2017/Endurothon2017.pdf

Euroeyes Cyclassics 2017

Ein Bericht von Teamfahrer Marvin Kapalla

Die Cyclassics in Hamburg sind inzwischen schon seit 6 Jahren – mit Ausnahme des letzten Jahres, dem Studium sei Dank – fester Bestandteil im Terminkalender, neben einen schönen Rennen am Sonntag, gibt es auf der Messe am Samstag alles was das Radfahrerherz begehrt.

Wie in diesem Jahr (leider) so üblich regnete es am Samstag fast durchgehend, jedoch war für Sonntagmorgen trockenes Wetter und Sonne (!) angesagt.

Bei frischen 13 Grad und ordentlich Wind ging es um 7 Uhr los zum kurzen einrollen und dann auch schon zur Aufstellung in den Startblock A, wo traditionell die Fahrer dann noch ca. 30min warten müssen bis es um 7:45 Uhr mit 3800 Fahren im Nacken auf die 60km Strecke geht – da ist vorherige warmfahren dann doch irgendwie überflüssig ;).

Die ersten 20km verliefen deutlich hektischer als die letzten Jahre, das Feld war sehr unruhig und so kam es auf einem geraden Abschnitt zu einem großen Sturz, wobei ich zum Glück nur leicht von dem zu Boden gehenden Fahrer neben mir touchiert wurde, jedoch viele der nachfolgenden Fahrer nicht mehr ausweichen konnten. Danach war das erstmal Feld deutlich reduziert und etwas ruhiger unterwegs.

Bei Kilometer 43 gibt es eine kleine Erhebung, den Kösterberg. Hier wollte ich vorne wegfahren und etwas Druck machen. Als die Straße dann etwas Steigung bekam war ich dann auch schon vorne raus – kurz umgedreht, aber keiner war mitgeganen… irgendwie komisch dachte ich mir.

Nach einiger Zeit tauchte plötzlich tauchte vor mir ein Banner mit der Aufschrift „Start Bergwertung“ auf – Hä? So etwas gab es hier die letzten Jahre doch auch nicht? Dann wurde mir bewusst, dass ich mich hier wohl etwas (bzw. völlig) verschätzt hatte und der eigentliche Anstieg nun noch bevorsteht – gut, das wird jetzt natürlich hart werden.

So ging es für mich dann von vorne nach hinten, klar war jedoch auch, dass wenn man hier den Anschluss an die Spitze verliert, das Rennen gelaufen ist. Leider gelang es mir nicht mehr an der ca. 30 Mann großen Gruppe dranzubleiben und so bildete sich nach dem Anstieg eine kleine Verfolgergruppe.

Die nächsten 15 Kilometer ins Ziel wurde jetzt schön hart, am Start hatte ich mein Langarmtrikot angelassen, da ich nicht damit gerechnet hätte, mich hier mal so anstrengen zu müssen J.

Jedenfalls fuhr die Spitzengruppe ca. 20 Sekunden vor uns in Sichtweite. Ich übernahm mit zwei weiteren Fahrern die Führungsarbeit, die anderen hingen hinten im Windschatten und durften sich dann nach und nach verabschieden. Leider gelang es uns dennoch nur zeitweise den Abstand zu verkürzen. Die Atmosphäre auf den letzten Kilometern vor dem Ziel, v.a. in der  Mönckebergstraße war wie immer einfach nur Klasse, zum ersten Mal konnte ich mich auch mal etwas „umschauen“ und nicht nur auf die Hinterräder der Vordermänner achten…

Im Sprint war nach der kräftezehrend Aufholjagd nicht mehr allzu viel zu holen, am Ende überquerte ich nach 01:22:52h als 35. gesamt und 10. in der Altersklasse der Herren die Ziellinie.

Mein bisher bestes Gesamtergebnis hier in Hamburg, nur etwas schade das ich aufgrund meines taktisch sehr unklugen Fehlers aus der Spitzengruppe rausgeflogen bin, sonst wäre noch mehr drin gewesen.

Alle Ergebnisse unter: http://www.velothon.com/de-de/events/hamburg-cyclassics/das-event/ergebnisse.aspx#axzz4qNLfH6N5

LVM Cross Country in Buchholz

Ein Bericht von Teamfahrer Volker Lutz

Nach 2 Jahren der Lizenz-Abstinenz und dem daraus resultierenden Verlust jeglicher Möglichkeiten an Landesmeisterschaften teilzunehmen, zog ich Anfang des Jahres endlich einen Schlussstrich unter meine Hobby-MTB-Karriere und orderte für 2017 wieder eine Rennlizenz, sozusagen rechtzeitig für die „Senioren-Rennkarriere“. Eine sehr gute Entscheidung wie das Rennwochenende in Buchholz zeigen sollte…

Aber alles schön der Reihe nach. Da sich Petrus für den Renntag eine kurze „Regenpause“ in diesem merkwürdigen Sommer gönnte und der Wetterbericht sogar einen Funken Hoffnung für ein wenig Sonnenschein aufkommen ließ, packte ich neben zwei Rädern und Teamkollege Marvin auch noch meine Tochter mit ins Auto ein – quasi als moralische Unterstützung und Support-Dame! 🙂 In Buchholz angekommen passierte es, der Himmel riss auf und die Sonne zeigte sich tatsächlich – perfekt. Also schnell in die Rennlycra geschlüpft und die Strecke sichten. Sofort zeigte sich, dass selbst der sandige, Buchholzer Boden den Regenmengen der Vortage Tribut zollen musste und deutlich feuchter war, als bei meinen letzten Starts an selbigem Ort. Nach einer halben Proberunde zeigte mir eine schöne, querstehende Wurzel dann auch, dass man besser Vorsicht am Volant walten lassen sollte und zwang mich prompt zu einer Bodenprobe! 🙂 Mit etwas mehr Obacht ging es weiter – und die Strecke zeigte sich trotz Nässe gut fahrbar mit vielen Kurven und einigen neuen Sprüngen. Einfach klasse, was die RSG Nordheide hier Jahr für Jahr auf die Beine stellt!

Nach zwei Runden hatten wir die Strecke sozusagen „intus“ und während sich Marvin auf seine Rolle als Fotograf vorbereitete, rollten Oliver Ilgner, der für den Renntag extra eine Tageslizenz geordert hatte und ich auch schon in Richtung Start. Eine Minute nach dem wirklich viel zu kleinen Junioren Grüppchen – man, was soll aus unserem schönen Sport in Zukunft werden – ging die Hatz los. Ich erwischte einen fast schon sensationellen Start und konnte auf Position 1 in den ersten Trail einbiegen. Da Olaf Nützsche direkt am Hinterrad klebte versuchte ich sofort ordentlich Druck zu machen, doch hoppla, plötzlich war es wohl zu viel Druck, oder besser gesagt Zug, den auf einmal war der Fuß aus dem Pedal und Olaf vorbei. Egal, zwei Kurven später zog ich wieder vorbei und Ende der 1. Runde war sie auch schon da, die erhoffte Lücke. Von nun an ging es zügig weiter und da die Runde immer weiter abtrocknete, lief es gefühlt von Turn zu Turn besser. Ordentlich angeheizt von den frenetischen Anfeuerungsrufen meiner Tochter verging die Rennstunde wie im Fluge und ich konnte völlig ungefährdet meinen ersten Landesmeistertitel der „alten Herren“ einfahren – eigentlich schade, denn ein schöner Kampf  Mann gegen Mann hätte auch etwas gehabt!

Auch Olli absolvierte ein ordentliches Rennen – auf für ihn mittlerweile ungewohntem Terrain ließ er nichts anbrennen und sicherte sich neben den schönsten Flugeinlagen am Ende Platz 7.

Genauso schnell wie zu Tagesbeginn in die Lycra, riss ich mir jene nun auch wieder vom Körper, denn das Rennen der Herren war bereits gestartet und Marvin sollte ja nicht minder enthusiastisch angefeuert werden als ich. Leider erwischte er einen deutlichen schlechteren Start und musste sich nach 2 von 6 Runden vorerst mit Platz 11 zufrieden geben. Ob es dann an unserem Gebrüll lag oder die Beine ab Runde 3 einfach besser liefen, wer weiß das schon…! Zumindest ging es immerhin noch vor auf Rang 10 und damit nur um einen Platz am Treppchen bei der LVM-Wertung vorbei!

 

Nach dem ganzen „Rennstress“ ließen wir den Tag in Buchholz dann am leckeren Kuchenbuffet ausklingen – zwei bis 3 Stück Kuchen und Kaffee benötigt man im Alter einfach zur Regeneration für die Rückfahrt! 🙂

Dann bis zum nächsten Mal… bleibt nur die Frage: „Bleiben die Sprünge auch für das Crossrennen im Winter in der Streckenplanung?“

Hier geht´s zu den Ergebnissen: https://time-and-voice.com/mtb/buchholz-2017/ergebnisse