11./12. Mai 2019 24h-Rennen am Alfsee (4er-Team)

Ein Bericht von Teamfahrer Uwe Weinkopf:

Eines der aufregendsten Rennen des ganzen Jahres ist für mich das 24-Stundenrennen am Alfsee. Bereits zum dritten Mal startete ich mit Sven Graupe, Alexander Richter und Michael Schulze im 4er-Team. Und nachdem wir in den vergangenen beiden Jahren jeweils siegreich waren, gab es auch diesmal eine klare Zielsetzung. Und genau deshalb verspüre ich im Vorfeld des Rennens einen höheren Druck als sonst, denn natürlich will ich nicht durch eine schlechte Leistung das Mannschaftsergebnis beeinträchtigen. So habe ich in der Woche vor dem Rennen großen Wert auf ausreichenden Schlaf gelegt. Da ich im vergangenen Jahr zweimal Platten hatte, habe ich im Vorfeld auch noch neue Dichtmilch eingefüllt.

Wegen des angekündigten wechselhaften Wetters haben wir unsere Teamtaktik zu Beginn modifiziert. Anstatt des Wechsels nach jeder Runde, sollten zwei Runden am Stück gefahren werden, um nicht zuviel Kleidung zu durchnässen. Obwohl das Wetter zum Start trocken war, wollten wir die Taktik so umsetzen. Wie immer war Michael unser Startfahrer, der es auch sofort richtig krachen ließ, als Führender um die erste Kurve bog und mit einem satten Vorsprung von 26 Sekunden die Startrunde beendete. Dass es aber kein Spaziergang werden würde, wurde uns nach Michas zweiter Runde deutlich, in der er überholt wurde. Nachdem wir alle unsere ersten beiden Runden absolviert hatten, lagen wir wir einem guten Vorsprung vorne. Weil das Wetter wider Erwarten stabil blieb, wechselten wir in dem üblichen Einrunden-Rhytmus. Der Vorsprung wuchs kontinuierlich, weil wir von Defekten verschont blieben und konstant schnelle Rundenzeiten fuhren. Nachts fuhren wir dann jeweils 3 Runden am Stück damit wir wenigstens ein paar Stunden (bei mir waren es zweieinhalb) Schlaf bekamen. Als ich mich nach meiner Nachtpause wieder aufs Rad setzte, war ich über die kühlen 2°C etwas überrascht. Da war ich mit den kurzen Handschuhen etwas underdressed. Mit Aufgehen der Sonne wurde es aber wieder angenehm warm. Erstaunlicherweise blieb es sogar bis zum Schluß trocken. Wir konnten unser Renntempo bis zum Schluß auf einem hohen Niveau halten. Anscheinend führte der Gruppendruck dazu, dass keiner von uns, trotz des mittlerweilen hohen Vorsprungs von mehreren Runden, auch nur ein bischen rausnehmen wollte. So wurde es ein geradezu optimales Rennen und ein Sieg mit 5 Runden Vorsprung; der dritte in Folge in dieser Mannschaftszusammensetzung. das ist natürlich sehr schön, die totale Erschöpfung (zumindest bei mir als Ältesten) hielt aber ein paar Tage an. Ich fürchte aber, dass ich um eine Fortsetzung im kommenden Jahr kaum herumkommen werde. Doch mit den Jungs macht es auch richtig Spass.