28.04.2019 MTB-Marathon Bad Harzburg (Harz-Cup)

Ein Bericht von Teamfahrer Uwe Weinkopf:

So schön das Wetter zum Saisonauftakt beim Rennen in Meudelfitz gewesen war, so schlecht war die Vorhersage für das zweite Event in Bad Harzburg. Und tatsächlich, als ich morgens das Auto belud, schüttete es bereits, was meine Vorfreude auf das Rennen doch gewaltig dämpfte. Immerhin ließ der Regen nach je mehr ich mich dem Harz näherte. Kurz vor dem Ankunftziel donnerte noch der Trengade-Bus mit gefühlt Maximalgeschwindigkeit auf der Autobahn an mir vorbei. Ich frage mich manchmal, ob dieses Rasen schon zur unmittelbaren Wettkampfvorbereitung gehört, indem der Adrenalinspiegel bewußt in die Höhe getrieben wird oder ob sich die Anspannung im Auto später eher nachteilig auswirkt. Ich bevorzuge eindeutig die entspannte Reiseform, zumal es dieser Eile objektiv betrachtet nicht bedurft hatte. Als ich rund eineinhalb Stunden vor Rennstart auf den Parkplatz fuhr, war er noch erstaunlich leer. Das ist vielleicht ein Vorteil der kleiner werdenden Starterfelder, dass es keine langen Schlangen bei der Anmeldung und vor den Toiletten gibt. Schön auch, dass es nicht notwendig ist, ungefähr 30 Minuten im Startblock zu frieren. Kurz vor dem Start füllten sich die Reihen gemächlich und genauso ging es nach dem Startschuß der langen Distanz auch los. Ich kann mich nicht erinnern, außer bei neutralisierten Starts, jemals so langsam losgefahren zu sein. Das änderte sich dann aber bald, und spätestens beim Einstieg zum steilen Singletrailanstieg war jeder im Renntempo. In diesem Anstieg zog sich das Feld dann auch ordentlich auseinander. Den unmittelbaren Kontakt zur Spitze verloren, fand ich mich mit Patrick Weniger, Jochen Schult und Olaf Nützsche in der zweiten Verfolgergruppe. Das war doch eine vernünftige Konstellation, dachte ich mir. Mittlerweile waren die Temperaturen angenehmer geworden, weshalb ich in langer Hose und langen Handschuhen eher zu warm angezogen war. leider habe ich meine Gruppe gegen Ende der ersten Runde verloren, weil ich in der Abfahrt vom Cafe Goldberg vorne einen Platten hatte. Das Wechseln des Schlauchs hat zuviel Zeit beansprucht, so dass nach vorne nichts mehr ging. Doch ich konnte immerhin alle, die an mir während der Zwangspause vorbeigefahren waren, recht schnell wieder einholen. Ab Mitte der zweiten Runde fuhr ich dann ein einsames Rennen, quasi für mich allein. Erwähnenswert ist noch, dass zur Hälfte des Rennens das Wetter komplett ins Schlechte kippte, was vor allem an dem heftigen Hagelschauer zu Beginn der dritten Runde lag. Jetzt wurde die Strecke auch richtig matschig, und ich beneidete die Fahrer der Kurzstrecke ein wenig, die wenigstens trocken geblieben waren. Meine Handschuhe waren in der Defektpause in den Rucksack gewandert, jetzt wären sie wieder gut gewesen. Doch weil ich nicht mehr anhalten wollte, blieben sie verpackt und die Finger kalt. Anyway, nach vier anstrengenden Runden reichte es wieder zum Sieg in der Altersklasse und der Führung im Harz-Cup.