Landesmeisterschaften Cyclocross 2019 in Osnabrück

Ein Rennbericht von Teamfahrer Volker Lutz:

Landesmeisterschaften…oder wie war das noch? Irgendwie hatte ich mir da alles in allem etwas anderes vorgestellt, aber von Vorne…:

Als Sieger der LVM Cross im Vorjahr, hatte ich mir auch für dieses Jahr für die Titelkämpfe einiges vorgenommen und bis 2 Wochen vor dem diesjährigen Rennen schien auch alles gut. Aber dann der erste Dämpfer: Ein Blick in die Ausschreibung verriet mir, dass die LVM nicht auf dem bereits im Sommer gefahrenen sandig-hügeligen Kurs ausgetragen werden sollte, sondern auf einer, schon auf den Bildern, sehr flachen Wiesenrunde. Also so gar nicht mein Ding…

Ein erstes Abfahren der Runde bei rund 2°C und leichtem Nieselregen bestätigte mein ungutes Gefühl… Der Kurs war winklig, technisch, mit wenig Überholmöglichkeiten und eigentlich keinen Höhenmetern, also wirklich nicht dass, was ich liebe.

Vielleicht hätte mir der Kurs doch noch ans Herz wachsen können, aber spätestens bei der Startaufstellung war mit klar, dass eine Titelverteidigung nahezu unmöglich erschein, denn wie schon im Sommer bestand seitens des Veranstalters keinerlei Interesse daran, die Ergebnisse der LVM des Vorjahres zu berücksichtigen und so stand ich als Vorletzter der aufgerufen wurde in der allerletzten Reihe – hinter rund 40 Elitefahrern, 8 Junioren und 30 weiteren Masters 2 Startern. Spätestens jetzt erlosch meine Hoffnung auf ein richtig tolles Rennen wie 2 Wochen zuvor in Harxbüttel.

Auf der Außenbahn des durchweichten Sportplatzes versuchte ich vom Start weg so viele Plätze wie möglich gut zu machen, doch bereits in der ersten 180° Wende wurde ich ausgebremst und durfte mich erstmal irgendwo in der Mitte der langen Fahrerkette, die sich um die viel zu eng gesteckten Kurven schlängelte, einreihen, während die ersten hier schon 30s Vorsprung herausgefahren hatten. Die folgenden 2 Runden liefen nun immer gleich – 110% auf den wenigen Geraden, anstellen in den Kurven, bis ich endlich Olaf Nützsche und damit den 3. Platz erreicht hatte.

Zwar zog ich an Olaf noch vorbei, aber irgendwie waren die Beine plötzlich leer und ich konnte mich nicht wie erhofft absetzen. Vermutlich war ich auf den ersten 3 Runden einfach teilweise zu schnell gefahren – zumindest wurde es plötzlich richtig zäh. Zwei Runden hing Olaf nun an meinem Hinterrad und ich bereitete mich im Geiste schon auf ein Sprintfinale vor. Doch dann verklemmte sich ein Stein so in meinem rechten Pedal, dass ich eigentlich nicht mehr richtig ins Pedal einklicken konnte. Die engen Kehren, mit denen ich schon vorher meine Schwierigkeiten hatte, wurden so noch ein Spur heikler und es passierte, was passieren musste, ich rutschte aus dem Pedal und den schmierigen Hang bergab, Olaf fuhr vorbei und das Loch war da. Und während Olaf seine Chance nutzte, versuchte ich ab hier nur noch dieses Rennen irgendwie so passabel wie möglich zu beenden.

Nicht wirklich glücklich über den 4. Gesamtrang und den 3. Platz in der Landeswertung rollte ich nach rund 45 Minuten ins Ziel – nein, das war heute nicht meine LVM.

Während ich meine Sachen im Auto verstaute und einen letzten wärmenden Tee schlürfte, kam ich kurz ins Gespräch mit einem netten, älteren Ehepaar – deren Fazit zum Renntag hätte meine innerliche Verfassung kaum besser beschreiben können: „Was für eine maue Veranstaltung – nicht einmal in der Zeitung hatte es einen kleinen Vorbericht gegeben!“

Ja, die beiden hatten Recht – da findet eine Cyclocross-Landesmeisterschaft schon mal in der Nähe einer städtischen Urbanisation statt und dann vergibt man diese Chance so leichtfertig.

Tja, einen Link zu den Ergebnissen der LVM würde ich hier gerne hinzufügen, aber leider gibt es gar keine reine Ergebnisliste der Landeswertung – auch so kann man die Unwichtigkeit der LVM kaum besser zum Ausdruck bringen: https://www.rad-net.de/modules.php?name=Ausschreibung&ID_Veranstaltung=31151&mode=erg_detail&groupid=31151.5.164153.1