King of Pirates – 6h-Nachtrennen in Mölln

Ein Rennbericht von Teamfahrer Uwe Weinkopf:

Etwas Besonderes hatten sich die Organisatoren des Cyclocross Wochenendes in Mölln ausgedacht. Auf dem gleichen Kurs, auf dem tagsüber die diversen Querfeldeinrennen stattgefunden hatten, sollte noch ein Nachtrennen stattfinden. Nur, dass die Renndauer nicht mit den üblichen 40 bis 60 Minuten, sondern mit sechs Stunden angesetzt war. Beim Einfahren auf dem durch den permanenten Regen aufgeweichten Motocross-Kurs wurde mir zum einen unerwartet schnell warm und zum anderen genauso schnell klar, dass das eine ganz harte Nummer werden würde. Tiefer Boden, ständiger Regen und Orkanböen; es gibt auch gemütlichere Möglichkeiten, einen Samstagabend zu verleben. Weil sich der Start, wegen eines Klappradrennens und eines Sprintcontests im Eliminator-Modus nebst dazugehöriger Siegerehrungen um eine Stunde verzögerte, war es zu Beginn des Rennens bereits duster. Der Rest ist schnell erzählt. Im Scheinwerferlicht meiner Fenix BC30R Akkulampe drehte ich gewohnt gleichmäßig meine Runden. Das gelang mir offensichtlich besser als jedem meiner Konkurrenten, denn mit meinen insgesamt 49 Runden war ich mit Abstand Erster geworden. Es wären noch ein paar mehr geworden, wenn das Rennen nicht um 40 Minuten gekürzt worden wäre, vermutlich aus Erbarmen aufgrund der fiesen Bedingungen. Ich fand es aber gut, weil ich schon einige Zeit keine Bremsbeläge mehr hatte und nur noch mit der Metallrückenplatte bremste. Außerdem hörte sich der Antrieb so an, als ob die Kette jeden Moment reißen könnte. Auch kein so schönes Gefühl. Anyway, es ging ja alles gut. Unmittelbar nach dem Zieldurchlauf meinte meine Frau, dass es eine gute Idee sei, wenn sie mich mit dem kalten Strahl der Bike-Waschanlage abspritzen würde, weil ich doch so schmutzig sei. Ich war da eher anderer Meinung, doch durch den Temperaturschock immerhin wieder so wach, dass ich fit für die Siegerehrung war. Eine Siegerehrung um ein Uhr nachts war ebenso neu für mich, wie auch der originelle Pokal. Unter dem Strich war es einfach eine rundum gelungene Geschichte, die unbedingt nach einer Wiederholung im kommenden Jahr verlangt.

 

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