MTB Marathon Clausthal-Zellerfeld

ein Bericht von Teamfahrer Volker Lutz

Meine Güte ist das komisch, dachte ich am Mittwoch, als ich nach fast 8 Monaten in denen ich ausschließlich auf dem Crossrad unterwegs war, zum ersten mal wieder auf meinem MTB Platz nahm – irgendwie so hoch, breit und komfortabel…! Und warum das Ganze – nun ja, nach einem Telefonat mit Christian Deike, dem Organisator des diesjährigen Clausthaler MTB Marathons war klar: „Crossbike ist nicht“, also umstellen!

Wie sich später herausstellen sollte, waren die zwei Trainingsausfahrten mit dem MTB und die Wahl dieses Untersatzes goldrichtig – später mehr dazu.

Bei völlig untypischem Oberharzer Wetter, 20°C und Sonnenschein trafen Marvin, ich und unser Supportmädel Carina pünktlichst am neuen Event Gelände in Clausthal ein. Schnell die kurzen Radsachen übergestreift, die junge Dame in die Rennbetreuung übergeben, angemeldet und auf zur Sichtung der Strecke. Sofort wurde mir klar – gut, dass Du ein MTB unter dem Hintern hast. Auf den ersten rumpligen Metern auf einem frisch durchpflügten Forstweg lauerten bereits die ersten faustgroßen Steine, die einem im Rennmodus mit dem Crosser schnell zum Verhängnis werden können!

Also auf zur Startaufstellung, denn eines war nach der Besichtigung klar – vorne zu stehen ist hier mehr denn sonst von großem Vorteil! 🙂 Schon komisch, wenn man nur noch sporadisch Rennen fährt und so langsam zu den älteren Teilnehmern gehört, sieht man um sich herum immer weniger bekannte Gesichter und dann sind die auch noch so jung…! Doch dann hieß es 3, 2, 1, Start und los ging es und zwar so richtig. Nach ein wenig Drängelei und einigen „bleib links“, „fahr rechts“ Rufen, hatte ich mich unter den ersten 5 Fahrern einsortiert, eine gute Ausgangsposition für das weitere Rennen. Nach einer langen Schotterpassage hinab nach Altenau folgte dann endlich der erste Berg, der sofort zur Verkleinerung der Führungsgruppe auf 4 Mann führte. Ich fühlte mich recht gut und entschied mich erstmal dafür die jungen Kameraden vorne fahren zu lassen. Doch irgendwie wollten diese dann 10 Minuten und einen Anstieg später nicht mehr so richtig, oder hatten irgendwie Respekt vor den schönen Harzer Wurzelpassagen, zumindest setzte ich mich mal an die Spitze und sorgte für eine weitere Dezimierung der Gruppe auf 2 Personen. Interessanterweise hielt auch diese nicht lange und ich war nach einer knackigen Abfahrt hinunter zum alten Festivalgelände in Altenau alleine unterwegs. Von vorne ging es also weiter und das, wo die von mir so ungeliebte lange Flachpassage in Richtung Okertalsperre, auf der man normalerweise so herrlich Windschatten fahren kann, noch vor mir lag. Moralisch darauf vorbereitet, dass gleich eine Gruppe von hinten aufrollen müsste, suchte ich verzweifelt nach der windschlüpfrigen Unterlenkerposition des Crossers  – aber Fehlanzeige, ist ja ein MTB. Zu meiner Verwunderung war hinter mir auch niemand zu sehen, also weiter drücken – die Abschnitte für den Solisten lagen ja direkt vor mir. Hier angekommen, ging es auch immer besser, die Beinchen kurbelten und die Strecke mit ihren vielen, schönen, neuen Trailabschnitten machte wirklich Spaß. Ohne jemand hinter mir zu erspähen, ging es rasch dem Ziel und damit dem ersten Sieg auf dem MTB nach über 3 Jahren entgegen.

Richtig gut lief das Rennen diesmal  auch für Marvin der mit dem  6. Platz der Gesamtwertung als 2. Bei den Herren auf dem Stockerl landete!

Nach der obligatorischen „after race Pasta“, ein paar kurzen Gesprächen mit dem ein oder anderen Bekannten höheren Alters 🙂 und natürlich der Siegerehrung, nutzen wir den Vorteil, den die Kurzdistanz gegenüber der langen Runde definitiv hat – ein Besuch im Eiskaffee, bei dem man noch registriert, was man da zu sich nimmt, ist ganz locker drin…! 🙂

Hier findet ihr die Eregbnisse: http://zpn-timing.de/uploads/ergebnisse/2017/Clausthal2017.pdf