Erzgebirgsmarathon Seifen 2019

Ein Rennbericht von Teamfahrer Uwe Weinkopf:

Showdown im Erzgebirge

Seiffen im Erzgebirge ist nicht nur bekannt für seine Holzschnitzkunst, sondern ist auch die Heimstätte von Deutschlands ältestem Mountainbike-Marathon. Dieses Jahr fand er bereits zum 27. Mal statt, und gefühlt war ich ungefähr jedes zweite Mal dabei. Und auch dieses Jahr machte ich mich wieder auf den Weg in den Osten.  Es ging ja nicht nur um den Erzgebirgsmarathon, sondern auch um das Finale der Marathonman-Europe Marathonrennserie. Die konnte ich in der Altersklasse Grandmaster zwischen 2014 und 2016 dreimal gewinnen; 2013 und 2017 war ich jeweils Zweiter. Dieses Jahr verlief die Serie bisher sehr durchwachsen. Den Auftakt in Klatovy konnte ich noch deutlich für mich entscheiden, das zweite ließ ich wegen des 24h-Rennens am Alfsee aus. Bei der Salzkammergut-Trophy fuhr ich nur die zweitlängste Strecke, was deutlich weniger Punkte einbrachte, und beim Kronplatz King erreichte ich leider nicht das Ziel. Da in der Serie nur die besten drei Resultate in die Gesamtwertung einfließen, hatte ich also noch die Chance, mit einem guten Rennen in Seiffen, auch in diesem Jahr aufs Podium zu kommen. Die Anfangsphase mit dem neutralisierten Start im Fußgängertempo war wieder nervenaufreibend, weil viel zu langsam. Erst nach rund einem Kilometer wurde das Rennen endlich richtig freigegeben, und die wilde Meute konnte Gas geben. Ich hatte zu Beginn einige Probleme mit dem hohen Tempo und wurde laufend überholt. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es bei mir überhaupt nicht läuft. Umso erstaunter war ich, als ich gegen Ende der ersten Runde Sven Graupe  einholen konnte. Das gab mir unheimlich Motivation. Von da ab lief es dann auch besser, zumal ich ab der zweiten Runde auch meine Abfahrtslinie zum Seiffener Grund gefunden hatte. Zum Ende hin wurde es noch einmal kritisch, weil mein Hinterrad kontinuierlich Luft verlor und jede Kurve schwammiger wurde. Irgendwann hatte ich dann aber den Steilanstieg zur Wettiner Höhe tatsächlich zum letzten Mal überwunden und war kurz danach im Ziel. Zu meiner großen Freude hat es auch in diesem Jahr wieder zum Altersklassensieg gereicht; insgesamt zum sechsten Mal in Folge. Und für das Podium bei der Marathonman-Europe-Serie hat es schlußendlich dann auch gereicht. Demzufolge gab es wieder ordentlich Präsente in Form von Holzschnitzereien. Weihnachten kann kommen…

Foto by Sportograf

5. MTB Marathon Dresden – Sächsische Hochschulmeisterschaft

Ein Rennbericht von Teamfahrer Marvin Kapalla:

Nach der Generalprobe beim Malevil Cup standen auch am Montag beim Heimrennen rund 51km und 1000hm durch die Dresdener Heide an. Am Abend noch ganz entspannt die Startnummer abgeholt und nachts panisch einige Notfall-Reparaturen am Rad durchgeführt, konnte es am nächsten Morgen wieder losgehen.

Bei Sonne und 23°C (um kurz vor 9) ging es zum Start im Alaunpark, die Beine fühlten sich sogar schon ganz gut an. Wie immer überraschend gut besetzt, rasten wir nach dem Start im Feld das Prießnitztal entlang in den ersten Anstieg.

Im Vergleich zum Vorjahr hatte sich die Strecke eigentlich geändert, sodass ich etwas überrascht war als alle an der Abzweigung auf die „alte“ Strecke nach links abbogen. Da in der Situation aber nicht genug Sauerstoff im Kopf war und alle links runterfuhren (inkl. Begleitmotorrad) sollte es schon passen. Nach kurzer Zeit stellte sich dies aber als Irrtum raus und es brach kollektives Chaos aus. Man musste sich nun also von ganz hinten wieder nach vorne vorarbeiten, bei über 300 Starten auf schmalen Trails kostet das entsprechend Zeit und Nerven.

Nach einigen Kilometern normalisierte sich die Situation etwas und ich fand mich in einer guten Gruppe wieder, mit welcher es fortan durch die Heide ging. Es lief sehr gut und ich konnte mich schön quälen, sodass es zum Ende hin wirklich hart wurde. Im vorletzten Anstieg wurde die Gruppe gesprengt und ich konnte das Tempo schließlich auch nicht mehr mitgehen.

So überquerte ich auf dem 17. Platz die Ziellinie, für das Podium der Hochschulmeisterschaften fehlten leider 30sec., (welche ich an den letzten beiden Ansteigen verloren habe) aber da war nichts mehr zu machen.

Alle Ergebnisse unter: https://baer-service.de/ergebnisse/MMD/2019/

Malevil Cup 2019

Ein Rennbericht von Teamfahrer Marvin Kapalla:

Am Samstag ging es endlich mal rüber zu unseren tschechischen Nachbarn zum 20-jährigen Jubiläum des Malevil Cups. Aus „formtechnischen“ und taktischen Gründen (am Montag sollte es noch in Dresden rund gehen) war nur die 45km Runde C mit knapp 1000hm drin – vielleicht reicht es nächstes Jahr mal für mehr… 😉

Nachdem die Startunterlagen abgeholt und das Bike fertig gemacht war, ging es auch schon Richtung Start zum Warmfahren. Eigentlich waren noch über 30 Minuten Zeit, allerdings war bereits zu diesen Zeitpunkt der Startblock gut gefüllt, sodass das Einfahren etwas kürzer ausfallen musste, um später nicht ganz hinten zu stehen.

Zum Glück verliefen die ersten Kilometer auf breiten Wegen und ich konnte mich gut nach vorne vorarbeiten. Leider lief es dann nicht aber mehr so rund. Ich musste viele Fahrer wieder ziehen lassen und hatte immer wieder Mühe den Anschluss an die Gruppen zu halten. Nach ca. 20km sprangen die Beine dann pünktlich mit dem Erreichen des längsten Anstieges wieder an. So konnte ich dann doch Druck machen und einige Fahrer vor mir einsammeln. Von da an war ich schließlich mehr oder weniger allein unterwegs, zumindest bekam ich keinen Fahrer der Runde C mehr zu Gesicht. Circa 5km vor dem Ziel schaffte ich es noch beim Überspringen einer Pfütze meine Sattelstütze (eigentlich keine Vario-Stütze) abzusenken. Da ich sowieso schon länger unterwegs war als geplant und ich die mühsam rausgefahren Sekunden nicht wieder verlieren wollte, entschied ich mich dagegen noch große Reparaturarbeiten zu unternehmen. So fuhr ich im Stehen bzw. schön tiefsitzend Richtung Ziel – das ging mit den Beinen kurz vor der Krampfschwelle auch nochmal richtig gut (nicht).

Am Ende resultierte ein 21. Platz gesamt und der 15. bei den Herren. Obwohl es für mich nicht ganz so gut gelaufen ist, war das Rennen wirklich super. Coole Strecke und top Organisation, da kann man selbst als Deutscher nicht meckern. Leider bin ich hier nicht schon mal eher gestartet, die Tschechien wissen einfach wie Radsport funktioniert 🙂

Alle Ergebnisse unter: https://sportsoft.cz/cs/zavod/overview/3848

Harzer MTB Cup in Clausthal-Zellerfeld

Ein Bericht von Teamfahrer Volker Lutz:

Nach einer langen Auszeit vom Renngeschehen, die einer in diesem Jahr ungewöhnlich intensiven Heuschnupfenphase geschuldet war, sollte der 3. Lauf des Harzer MTB Cups in Claustahl und damit quasi das Heimrennen des Cups meinen Jahreseinstieg in die MTB Saison bilden.
Bei fast schon idealen Bedingungen hatte ich mir zusammen mit Marvin mal wieder die 35km Sprint- oder auch „Weicheierdistanz“ herausgesucht, in der Hoffnung, dass das abgespulte Trainingspensum hier am besten harmonisiert. Leider wollte das müde, träge Gefühl, dass mich schon morgens beim Frühstück begleitet hatte, auch beim Warmfahren nicht weichen. Und so kam ich zwar bei dem in Clausthal sehr fairen Start, bei dem man erstmal ordentlich lutschen kann :-), zwar mit der ersten Gruppe mit, als dann aber am ersten Berg das Tempo verschärft wurde, musste ich die schnellen Jungspunde ziehen lassen und musste zusammen mit Thomas Schäfer zusehen, wie sie langsam immer weiter entschwunden.


Irgendwie war das Rennen ab nun auch schon gelaufen, zumindest in meinem Kopf. Zusammen mit Thomas genossen wir die wirklich schönen Trails, wechselten uns immer wieder brav ab und fuhren einfach eine schöne MTB Runde, ohne die vor uns fahrenden jemals wieder zu Gesicht zu bekommen. Am Ende ließ ich Thomas im Ziel gerne den Vortritt und freute mich über den nach 2017 erneuten Sieg in der Senioren-Wertung! Zumindest hierfür scheint die Form zu stimmen…! 🙂

Marvin finischte rund 3 Minuten später als 6. der Herrenwertung und Uwe genoss mal wieder die Langdistanz mit 105km, auf der er als 2. ins Ziel kam.

Besten Dank an Andrea und Markus Nothrof für die tollen Fotos!

11./12. Mai 2019 24h-Rennen am Alfsee (4er-Team)

Ein Bericht von Teamfahrer Uwe Weinkopf:

Eines der aufregendsten Rennen des ganzen Jahres ist für mich das 24-Stundenrennen am Alfsee. Bereits zum dritten Mal startete ich mit Sven Graupe, Alexander Richter und Michael Schulze im 4er-Team. Und nachdem wir in den vergangenen beiden Jahren jeweils siegreich waren, gab es auch diesmal eine klare Zielsetzung. Und genau deshalb verspüre ich im Vorfeld des Rennens einen höheren Druck als sonst, denn natürlich will ich nicht durch eine schlechte Leistung das Mannschaftsergebnis beeinträchtigen. So habe ich in der Woche vor dem Rennen großen Wert auf ausreichenden Schlaf gelegt. Da ich im vergangenen Jahr zweimal Platten hatte, habe ich im Vorfeld auch noch neue Dichtmilch eingefüllt.

Wegen des angekündigten wechselhaften Wetters haben wir unsere Teamtaktik zu Beginn modifiziert. Anstatt des Wechsels nach jeder Runde, sollten zwei Runden am Stück gefahren werden, um nicht zuviel Kleidung zu durchnässen. Obwohl das Wetter zum Start trocken war, wollten wir die Taktik so umsetzen. Wie immer war Michael unser Startfahrer, der es auch sofort richtig krachen ließ, als Führender um die erste Kurve bog und mit einem satten Vorsprung von 26 Sekunden die Startrunde beendete. Dass es aber kein Spaziergang werden würde, wurde uns nach Michas zweiter Runde deutlich, in der er überholt wurde. Nachdem wir alle unsere ersten beiden Runden absolviert hatten, lagen wir wir einem guten Vorsprung vorne. Weil das Wetter wider Erwarten stabil blieb, wechselten wir in dem üblichen Einrunden-Rhytmus. Der Vorsprung wuchs kontinuierlich, weil wir von Defekten verschont blieben und konstant schnelle Rundenzeiten fuhren. Nachts fuhren wir dann jeweils 3 Runden am Stück damit wir wenigstens ein paar Stunden (bei mir waren es zweieinhalb) Schlaf bekamen. Als ich mich nach meiner Nachtpause wieder aufs Rad setzte, war ich über die kühlen 2°C etwas überrascht. Da war ich mit den kurzen Handschuhen etwas underdressed. Mit Aufgehen der Sonne wurde es aber wieder angenehm warm. Erstaunlicherweise blieb es sogar bis zum Schluß trocken. Wir konnten unser Renntempo bis zum Schluß auf einem hohen Niveau halten. Anscheinend führte der Gruppendruck dazu, dass keiner von uns, trotz des mittlerweilen hohen Vorsprungs von mehreren Runden, auch nur ein bischen rausnehmen wollte. So wurde es ein geradezu optimales Rennen und ein Sieg mit 5 Runden Vorsprung; der dritte in Folge in dieser Mannschaftszusammensetzung. das ist natürlich sehr schön, die totale Erschöpfung (zumindest bei mir als Ältesten) hielt aber ein paar Tage an. Ich fürchte aber, dass ich um eine Fortsetzung im kommenden Jahr kaum herumkommen werde. Doch mit den Jungs macht es auch richtig Spass.

28.04.2019 MTB-Marathon Bad Harzburg (Harz-Cup)

Ein Bericht von Teamfahrer Uwe Weinkopf:

So schön das Wetter zum Saisonauftakt beim Rennen in Meudelfitz gewesen war, so schlecht war die Vorhersage für das zweite Event in Bad Harzburg. Und tatsächlich, als ich morgens das Auto belud, schüttete es bereits, was meine Vorfreude auf das Rennen doch gewaltig dämpfte. Immerhin ließ der Regen nach je mehr ich mich dem Harz näherte. Kurz vor dem Ankunftziel donnerte noch der Trengade-Bus mit gefühlt Maximalgeschwindigkeit auf der Autobahn an mir vorbei. Ich frage mich manchmal, ob dieses Rasen schon zur unmittelbaren Wettkampfvorbereitung gehört, indem der Adrenalinspiegel bewußt in die Höhe getrieben wird oder ob sich die Anspannung im Auto später eher nachteilig auswirkt. Ich bevorzuge eindeutig die entspannte Reiseform, zumal es dieser Eile objektiv betrachtet nicht bedurft hatte. Als ich rund eineinhalb Stunden vor Rennstart auf den Parkplatz fuhr, war er noch erstaunlich leer. Das ist vielleicht ein Vorteil der kleiner werdenden Starterfelder, dass es keine langen Schlangen bei der Anmeldung und vor den Toiletten gibt. Schön auch, dass es nicht notwendig ist, ungefähr 30 Minuten im Startblock zu frieren. Kurz vor dem Start füllten sich die Reihen gemächlich und genauso ging es nach dem Startschuß der langen Distanz auch los. Ich kann mich nicht erinnern, außer bei neutralisierten Starts, jemals so langsam losgefahren zu sein. Das änderte sich dann aber bald, und spätestens beim Einstieg zum steilen Singletrailanstieg war jeder im Renntempo. In diesem Anstieg zog sich das Feld dann auch ordentlich auseinander. Den unmittelbaren Kontakt zur Spitze verloren, fand ich mich mit Patrick Weniger, Jochen Schult und Olaf Nützsche in der zweiten Verfolgergruppe. Das war doch eine vernünftige Konstellation, dachte ich mir. Mittlerweile waren die Temperaturen angenehmer geworden, weshalb ich in langer Hose und langen Handschuhen eher zu warm angezogen war. leider habe ich meine Gruppe gegen Ende der ersten Runde verloren, weil ich in der Abfahrt vom Cafe Goldberg vorne einen Platten hatte. Das Wechseln des Schlauchs hat zuviel Zeit beansprucht, so dass nach vorne nichts mehr ging. Doch ich konnte immerhin alle, die an mir während der Zwangspause vorbeigefahren waren, recht schnell wieder einholen. Ab Mitte der zweiten Runde fuhr ich dann ein einsames Rennen, quasi für mich allein. Erwähnenswert ist noch, dass zur Hälfte des Rennens das Wetter komplett ins Schlechte kippte, was vor allem an dem heftigen Hagelschauer zu Beginn der dritten Runde lag. Jetzt wurde die Strecke auch richtig matschig, und ich beneidete die Fahrer der Kurzstrecke ein wenig, die wenigstens trocken geblieben waren. Meine Handschuhe waren in der Defektpause in den Rucksack gewandert, jetzt wären sie wieder gut gewesen. Doch weil ich nicht mehr anhalten wollte, blieben sie verpackt und die Finger kalt. Anyway, nach vier anstrengenden Runden reichte es wieder zum Sieg in der Altersklasse und der Führung im Harz-Cup.

Erster Saisonsieg für Uwe Weinkopf beim CC Klassiker Helmuts Höllenritt

Ein Bericht von Teamfahrer Uwe Weinkopf:

Am Anfang der Saison ist grundsätzlich die Unsicherheit bei mir da, wie gut wohl meine Form im Vergleich zu meinen Konkurrenten ausfällt. Na klar, ich bin gut und sturzfrei durch den recht milden Winter gekommen. Von Krankheiten bin ich komplett verschont geblieben, und mit dem erneuten Gesamtsieg in unserer Wolfsburger Trainings-Rennserie habe ich das Vertrauen in meine Leistungsfähigkeit gestärkt. So fuhr ich bei herrlich sonnigem Wetter guten Mutes Richtung Elbufer-Drawehn, um in Meudelfitz bei Hitzacker mal wieder an „Helmuts Höllenritt“ teilzunehmen. Immerhin war es bereits die 28. Austragung, und vermutlich hatte Joachim Brzesinski von Anfang an die Organisation unter sich. Wenn dann auch noch sein Sohn Fabian am Start ist, steht der Sieger meist schon fest. Der fehlte dieses Jahr zwar, doch das auf 80 Fahrer beschränkte Starterfeld war trotzdem durchaus hochkarätig. Mit Stefan Danowski, Torben Sassnick und Thomas Zühlke waren ordentlich starke Konkurrenten dabei. Diese drei waren es auch, die in der ersten Runde am steilen Anstieg eine erste Attacke lancierten. In den Anstieg bin ich noch als Führender hineingefahren, nachdem ich nach einem ziemlich schlechten Start mich übermütig mit einem Zwischensprint an die Spitze gesetzt hatte. Oben angekommen klaffte eine Lücke von 5 bis 6 Sekunden nach vorne, mit Yannic Gerstung und Nils Koß fand ich mich in der ersten kleinen Verfolgergruppe wieder. Und die Beiden machten zunächst ordentlich Druck. Speziell wenn Yannic nach vorne ging, musste ich richtig kämpfen, um in der Gruppe zu bleiben. Selber zu führen war für mich zu diesem Zeitpunkt einfach nicht möglich. Immerhin hatten wir nach der ersten von fünf Runden lediglich 13 Sekunden Rückstand auf das Führungstrio. In der zweiten Runde muss vorne so richtig die Post abgegangen sein, denn obwohl wir konstant schnell weiterfuhren, wuchs der Rückstand auf mehr als eine Minute. Allerdings hatten wir plötzlich Thomas Zühlke in Sichtweite, der mit Stefan und Torben offensichtlich nicht mehr mithalten konnte. Das gleiche passierte mit Nils in unserer Gruppe. Fortan war ich ab der dritten Runde wieder in einer Dreier-Gruppe, jetzt mit Yannic und Thomas. Zur Rennhälfte war die Sache eigentlich ziemlich klar. Torben und Stefan waren für uns nicht mehr einholbar und sollten den Sieger unter sich ausmachen, von hinten drohte keine Gefahr. Das Tempo meiner Gruppe sank, nicht zuletzt weil Yannic nun Thomas und mir beinahe ausschließlich die Führungsarbeit überließ und sich anscheinend schon auf den zu erwartenden Zielsprint vorbereitete. Seine Taktik ging auf, denn er war im Sprint der frischeste von uns Dreien und wurde hinter Torben und Stefan Dritter. Mit meinem vierten Gesamtplatz und dem Sieg in meiner Altersklasse war ich aber vollends zufrieden. Ein gelungener Saisonauftakt.

 

Finale Deutschlandcup Cross in Vechta

Ein Rennbericht von Teamfahrer Volker Lutz:

Platz 17 zeigt die Ergebnisliste nach dem letzten Rennen des Jahres 2018 – irgendwie doch ein wenig enttäuschend, da fährt man über 200km durch Niedersachsen und dann reicht es nicht mal für die Top Ten.

200km Autofahrt, da hat man auf dem Rückweg genügend Zeit das Ganze zu analysieren:
Das Wetter – daran lag es wohl nicht, das war für Ende Dezember eigentlich zu gut – o.K. so gut, dass der Heuschnupfen, der mich sonst erst im Februar ereilt, nun schon an einigen Tagen auf den Atemwegen zu spüren ist, so auch heute!
Das Training an den Vortagen – sicher, wenn man nach zig Wochen des Flachland-Trainings erstmalig wieder einige Runden im Harz dreht und dann auch noch Brgläufe absolviert, ist die Muskulatur erstmal irritiert, oder sagen wir einfach „platt“
Der Startplatz – ganz sicher! Als letzter Starter bei einem Crossrennen und dann auch noch beim Finale des Deutschlandcups mit 60 Mann vor einem ist sicher das was man sich nicht wünscht…!

Und so lief das Rennen irgendwie so, wie sich am Ende das Ergebnis anfühlte – ein wenig unrund und „unmotiviert“! Als letzter am Start hielt ich mich zurück, um einen Sturz im Gedränge unbedingt zu vermeiden. So kam ich zwar sturzfrei und ohne Probleme zum ersten Engpass, aber ab hier hieß es „anstellen“ und schön langsam hinterherfahren, denn ein Überholen war an vielen Stellen einfach unmöglich. Somit waren die ersten 30 Sekunden! gegenüber gleichstarken Fahrern schon mal weg. Ab Runde 2 hatte sich das Pulk, in dem ich mich zu Rennbeginn befand, endlich gelichtet und ich versuchte an allen möglichen Stellen nach vorne zu fahren. Dies bedeutete natürlich immer ein Wechsel aus Vollgas auf der miesesten Linie und dann wieder Hinterherfahren in den vielen, engen Kurvenpassagen. Bis Runde 4 machte ich so einige Plätze gut. Dann war irgendwie die Luft raus und die Beine wurden mit einem Schlag müde. Olaf Nützsche, der auf Schlagdistanz vor mir lag, erreichte ich nicht mehr und auch Jörn Wiegner, den ich einer Woche zuvor noch abhängen konnte, war weg, wie auch der letzte Biss…! So fuhr ich Seite an Seite mit 2 Junioren-Fahrern die letzten Runden bis ins Ziel – immerhin konnte ich mir noch ein paar Pünktchen im Deutschlandcup sichern und damit eine etwas bessere Startposition bei der DM Mitte Januar.

Hier geht´s zu den Ergebnissen: https://www.dropbox.com/s/k1wyihf9qdemt8c/ergdcvechta2018.pdf?dl=0

3. Lauf Panther Cross Serie in Didderse

Ein Bericht von Teamfahrer Volker Lutz:

Puh, das war heute ein echter Kraftakt! Nach dem letzten Rennen in Bad Harzburg auf superschneller und trockener Strecke, hatte der Regen der letzten Tage den eigentlich immer gut zu fahrenden Kurs in Didderse ein eine fiese Schlamm-Sand-Piste verwandelt.

Schon beim Abfahren der Runde wurde mir unter der vorsichtshalber übergezogenen Regenjacke-und Hose ordentlich warm! Locker war heute definitiv nicht, die Runde war so tief, dass selbst auf den kurzen Abfahrten fast immer getreten werden musste… Also kein Flow wie im Vorjahr oder Harxbüttel.

Pünktlich zum Start des Master 2 Rennens spendierte uns Petrus eine Regenpause, die erwartete Dusche von Oben sollte also ausbleiben. Wieder konnte ich mich direkt nach dem Start an die Spitze des Feldes setzen und als Erster in den ersten Berg hineinstürmen, doch leider erwischte ich eine schlechte Linie, musste vom Rad und Jörn Wiegner passieren lassen. Hinter Jörn ging es über die Runde und schnell konnten wir einige Meter zwischen uns und die Verfolger bringen. Aber irgendwie merkte ich, dass mir heute die Kraft in den Beinen fehlte und so musste ich zwei Mal vom Rad, während Jörn die Passage hochdrückte und einige Meter Vorsprung herausfahren könnte. Zum Glück hatte er wohl ein wenig überzogen und so kam ich wieder etwas näher, bis er eine Wurzel übersah und sich einen heftigen Durchschlag am Hinterrad holte. Ich nutzte die Gelegenheit und fuhr sofort vorbei, denn hinter uns war Daniel noch immer auf Schlagdistanz. Von nun an kämpfte ich mich über die Runde und blickte ständig zurück, denn die Beine wurden immer schwerer und Daniel machte ordentlich Druck. Erst 2 Runden vor Schluss ging es plötzlich wieder besser und mein Vorsprung vergrößerte sich ein wenig. So kämpfte ich mich ins Ziel und konnte meinen 2 Sieg in der diesjährigen Panther Cross Serie einfahren.

Auch wenn es heute sehr hart war – es hat mal wieder Spaß gemacht! Danke an alle für die schöne Veranstaltung – ich freue mich schon auf das Rennen in Lehndorf im kommenden Jahr!

Bike-Store-Superprestige Cyclocross Bad Harzburg

Ein Bericht von Teamfahrer Volker Lutz

Man war das ein geiles Rennen – so macht Crossen richtig Spaß!

Als ich im vergangen Winter auf Youtube das Video des Superprestige Cyclocross Nachtrennens in Diegem gefunden hatte, dachte ich „sowas wäre doch auch mal richtig cool!“ Und irgendwie müssen die Jungs des Bike-Store Bad Harzburg dieses Video auch gesehen haben – wie sonst sollten sie auf die Idee gekommen sein, es den Belgiern gleich zu tun. J

Nach einem Familientag mit Adventsessen und Weihnachtsmarkt inkl. Glühwein machte ich mich voller Vorfreude am frühen Abend, begleitet vom Kopfschütteln meiner Familie, auf nach Bad Harzburg. Bei besten Bedingungen und rund -3°C erreichte ich pünktlich gegen 19:00 Uhr den hell erleuchteten Sportpark. Doch schon beim Abstellen des Autos merkte ich, dass hier irgendwie leider nicht viel los zu sein schien. Und dieser Eindruck bestätigte sich sofort – Zuschauer hatten den Weg in den Sportpark eigentlich nicht gefunden und auch aktive Teilnehmer waren wirklich wenige vor Ort. Ganze 7 Fahrer hatten für die Elite Klasse, für die ich mich aufgrund der späten Startzeit entschieden hatte, gemeldet. Und das war definitiv ein Fehler, Männers! Denn schon beim Warmradeln und Abfahren der Runde war klar – hier wird richtig was für das Crosser-Herz geboten. So präsentierte sich die größtenteils gefrorene Strecke schnell, aber doch anspruchsvoll, inklusive einiger technischer Leckerbissen, wie einer Sandpassage, einige Steilhängen und einer richtig cool gemachten Schnecke auf dem Sportplatz, in der man die Fahrer wunderbar beobachten konnte und selber ins Zweifeln kam, ob einem vom Glühwein schwindelig wird oder von der Streckenführung…! J

Trotz der Kälte war ich heiß auf das Rennen und so preschte ich vom Start weg – bei 7 Mann gibt es wenigstens keinen Stau und jeder hat die gleiche Chance – an die Spitze des kleinen Elite Feldes. Das Rennen lief sofort und ich konnte meine Spitzenposition bis Ende der 1. Runde halten. Da ich schon bei der ersten Durchfahrt einer kniffligen Schrägpassage gemerkt hatte, dass Marvin Augustiniak hier scheinbar eine schnellere Linie gefunden hatte, ließ ich ihn passieren und versuchte mich hinter ihn zu klemmen. Zusammen setzen wir uns vom Rest des Feldes ab, bis Marvin mir an den schwer zu nehmenden Doppelhürden selber einige Meter abnehmen konnte und einen kleinen Vorsprung herausfahren konnte. Doch ich ließ mich nicht so einfach abspeisen und konnte zwei Runden später wieder aufschließen. Direkt bei der Zieldurchfahrt attackierte ich nun und fuhr an Marvin vorbei und so kam es, wie es Sprecher Axel die ganze Zeit offenbarte – ein Fahrfehler von Marvin und schon hatte ich einige Sekunden Vorsprung. Dieser Vorsprung sollte aber nicht lange halten, denn 2 Runden später lag ich an derselben Stelle wie Marvin auf der Nase und er war wieder weg. Ich kämpfte mich wieder ran und wieder ein Fehler von Marvin, gefolgt von einem weiteren Ausrutscher meinerseits…! So macht man das für die wenigen Zuschauer spannend…! J Eine Runde später führte dann eine abgefallene Kette an meinem Bike wieder zum Führungswechsel – das war´s dann dachte ich noch, doch plötzlich verkürzte sich der Abstand wieder, denn Marvin musste im Sand aufgrund eines durchrutschenden Freilaufs einmal vom Rad. Nun war ich wieder vorne und da sich Marvin dazu entschloss das Hinterrad zu tauschen, konnte ich davonziehen. Mit einer Minute Vorsprung ging es nun über die 4 letzten Runden und somit hatte ich das Ding ohne weiteren Defekt oder Sturz im „Sack“. J

Danke liebes Bike-Store-Team und Marvin für dieses richtig geile Crossrennen! Wäre es nicht klasse, die Landesmeisterschaften im Cross im kommenden Jahr mal in Bad Harzburg auszurichten? Vielleicht kann man dann ja ein paar Zuschauer anlocken!? Zudem haben hier aufgrund der offenen Strecke mit vielen Überholmöglichkeiten alle die Chance Landesmeister zu werden und nicht nur diejenigen, die im Weser-Ems-Cup vorne stehen…! J