ein Bericht von Teamfahrer Marvin Kapalla

Am Pfingstmontag stand bei mir der MTB Marathon in Dresden an – ein besonderes Event, sozusagen mein neues „Heimatrennen“ im Wohnzimmer, da die mit Strecke ca. 46km und knapp 800hm kreuz und quer durch die Dresdener Heide führte. Bereits im Training der letzten Wochen war ich die Strecke in paar Mal abgefahren, insgesamt sehr abwechslungsreich mit vielen schönen Trails.

Ich nutzte die Möglichkeit die Startnummer bereits am Vortag abzuholen und konnte so quasi von der Wohnung direkt zum Start im Alaunpark rollen, alles sehr praktisch und entspannt, genau das was man nach intensiven Mikrobiologie Lernexzessen der Vortage braucht ;). Ein Blick in die Meldeliste zeigte auch: langsam wird es heute sicher nicht werden.

Da von den etwa 300 Starten viele schon recht früh in der Startaufstellung standen, konnte ich mir nur noch einen Platz irgendwo im hinteren Drittel sichern – klasse, mal wieder optimale Startbedingungen. Nun ja, es kommt dann wie es kommen muss: Nach dem Startschuss um 09:30 zunächst große Panik im Feld, langsame Fahrer (die sich in die ersten Reihen gestellt hatten) führten zu riskanten Überholmanövern und bis man sich dann endlich nach vorne durchgearbeitet hat, ist die Spitzengruppe auch schon außer Sichtweite.

Nach diesem suboptimalen Beginn ging es zunächst in „Drückermanier“ bergauf, sodass eine relativ große Gruppe gemeinsam in den ersten längeren Trailabschnitt einbog. Streckenkenntnisse sind grundsätzlich immer hilfreich, bringen jedoch wenig wenn die Kollegen vor einem diese nicht haben – also absteigen, hochlaufen und weiter geht es.

Nachdem sich nun alles etwas auseinander gezogen hatte, ging es daran von hinten aufzuholen. Die Beine kurbelten gut und am Berg war auch ordentlich Druck, sodass ich mich irgendwann in einer schön harmonierenden Gruppe mit zwei weiteren Fahren wiederfand und wir von da an zusammen vorausfahrende Gruppen ein- und überholen konnten. So ging es dann einige Zeit immer weiter nach vorne und die Strecke machte trotz Dauerregen am Vortag richtig Spaß und war problemlos zu befahren.

Ehe wir uns versahen stand auch plötzlich schon der letzte Anstieg vor uns. Hier wollte ich nochmal angreifen und ordentlich Zeit rausfahren, weil inzwischen eine relativ großen Gruppe angewachsen war und ich keine Lust auf Massensprints im Zielbereich hatte. Da ich den nachfolgenden Downhill als Standartelement meiner Trainingsstrecke nur zu gut kannte also eigentlich kein schlechter Plan. Hochgeschaltet, in den Wiegetritt und dann hatte ich auch schon die Lücke gerissen. Nach einer kurzen flachen Passage folgte der Downhill: Hier ließ ich es ordentlich krachen bis sich die Kette von Kettenblatt verabschiede (im Training vorher so noch nie passiert, also musste es natürlich jetzt mal sein, klar, ich verstehe schon). Der Nachteil der 1xfach Schaltung ist hier, dass man die Kette nicht wieder mit etwas Geschick „aufwerfen“ kann, sondern ich vom Rad musste und die Kette bei tachykarden Herzrhythmus wieder auflegen durfte. Der mühevoll ausgefahrene Vorsprung war jetzt aber weg und ich fand mich am Ende der Gruppe wieder – Danke!

Mit Wut in den Beinen versuchte ich nochmal vor dem Ziel zu attackieren, jedoch ohne Erfolg. Auf einen Sprint um irgendwas bei Platz 20 hatte ich dann weder wirklich noch die Motivation geschweige denn die Beine dafür, also rollte ich locker als 21. der Herren durch das Ziel.

Da der Marathon gleichzeitig auch noch die Austragung der Sächsische Hochschulmeisterschaft war, belegt ich immerhin hier den dritten Platz.

Dennoch ein wirklich sehr schöner Marathon mit einer top Organisation, trotz des Pechs am Ende habe ich selten so viel Spaß im Rennen gehabt und die Form stimmt an sich auch – das nächste Rennen kann also kommen J.

Alle Ergebnisse unter: https://baer-service.de/ergebnisse/MMD/2017/